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Der Podcast zum Artikel:

Editorial

Das Geld sitzt bei Konsumenten und Anlegern locker wie schon lange nicht mehr. Doch Vorsicht: Bei guter Stimmung ist der Mensch weniger kritisch und lässt sich leicht von ­peripheren Reizen verführen. So wird schnell übersehen, dass viele Güter und Vermögensklassen mittlerweile teuer ­geworden sind.

Sowohl im Einkaufszentrum als auch an den Kapitalmärkten gilt: Nichts ist umsonst!

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

mit Fantasie und zeitgemäßen Konzepten ausgestattete Architekten besitzen magische Kräfte: Mit ihren Bauwerken schaffen sie stille Zeitzeugen, die nützlich sind und Emotionen wecken. Dies kann auf ganz persönlicher Ebene beim Bau des Eigenheims geschehen. Aber auch Unternehmen entdecken zunehmend, wie motivierend ein ansprechendes Arbeitsumfeld ist. Gestaltung spielt bei vielen Freizeitangeboten eine Rolle und ist ein wichtiger Faktor, ob z. B. ein Restaurant, ein Fitness-­Club oder ein Theater angenommen wird oder sogar Kult­status erreicht.


Die neue Stadt wird durch den gebaut, der sie zu ­erträumen wagt.  – Danilo Dolci

Auch wir haben uns für den Jahresausblick 2018 von Bauwerken inspirieren lassen. Das Sinnbild für Konjunktur und Kapitalmärkte ist in unserem Hauptszenario das Einkaufszentrum – für Ökonomen eigentlich eine ganz klare Wahl. Sind doch Einkaufszentren nichts anderes als Marktplätze, an denen Angebot und Nachfrage aufeinandertreffen. Als Orte des Konsums spiegeln sie die gewichtigste Komponente des Brutto­inlandsprodukts (BIP) – den privaten Verbrauch – eindrucksvoll wider. Mit einem Anteil zwischen 50 % und 70 % bestimmt er in den meisten Ländern maßgeblich die Wirtschaftsentwicklung.
Shopping-Center sind auf der ganzen Welt zu finden, sowohl in Industrie- als auch in Schwellenländern. Das erste Einkaufszentrum Deutschlands, das Main-Taunus-Zentrum, wurde bereits 1964 in Sulzbach bei Frankfurt am Main gebaut


1967 zog das Wort „Einkaufs­zentrum“ in den Duden ein.

Einkaufszentren sind aber keine Selbstläufer. Wichtig ist eine attraktive Mischung aus Geschäften und Dienstleistungen. Im Mittelpunkt steht der sogenannte Ankermieter, der aufgrund seiner Anziehungskraft insgesamt für eine hohe Frequenz sorgt. Der Kunde ist König, denn er entscheidet mit seinem Konsumverhalten über den Erfolg eines solchen Komplexes.

Dienstleistungen spielen beim Konsum eine immer wichtigere Rolle, der Einzelhandel verliert hingegen an Bedeutung. Die demografische Entwicklung hat in vielen Ländern dazu geführt, dass Konsumausgaben für die Gesundheitspflege sowie für Freizeit und Kultur zunehmen. Der Online-Einkauf erfreut sich großer Beliebtheit.

Nicht nur der präferierte Ort des ­Konsums veränderte sich in den ­vergangenen Jahren. Auch die Zusammensetzung des Konsums, die Art des Einkaufens und des Bezahlens. Während die Deutschen noch stark auf das Bargeld setzen, greifen die Skandinavier besonders häufig auf ­elektronische Zahlungsmittel zurück – und vielleicht zahlen wir bald alle mit Bitcoin.

Hauptszenario Einkaufszentrum – Nichts ist umsonst

In unserem diesjährigen Hauptszenario mit der Eintrittswahrscheinlichkeit von 70 % verbringen wir die Zeit im Einkaufs­zentrum. Die Konjunktur läuft rund und die Konsumenten können dank der Globalisierung ein vielfältiges Angebot genießen.


Das Einkaufszentrum – ein ­Spiegel der Globalisierung.

Unter Konsumenten und Anlegern herrscht derzeit Kauflaune. Doch Vorsicht: Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass der Mensch bei guter Stimmung weniger kritisch und aufmerksam ist. Er lässt sich von der perfekt gestalteten Atmosphäre im Shopping-Center beeindrucken. Dabei hat er gar nicht gemerkt, dass bereits 2017 viele Preise gestiegen sind. So sollten wir doch wissen, dass es eine gute Konjunktur nicht umsonst gibt: Ihr Preis ist die Inflation.

Wie sieht es in den verschiedenen ­Ländern aus? Wir haben für Sie ver­glichen und abgewogen. Dies zu lesen ist sicherlich nicht umsonst.

Wie in jedem Jahr liefern wir Ihnen einen ausführlichen Überblick der unterschiedlichen Vermögensklassen. Die Stimmung an den Kapitalmärkten ähnelt sehr der im Einkaufszentrum. Daher gilt es, 2018 nicht nur, mit offenen Augen zum Einkauf zu gehen, sondern ebenso, bei der Vermögensanlage die Preise zu prüfen. Aufgrund der hohen Bewertung ist mehr Vorsicht angebracht, denn auch hier ist nichts umsonst!

Negatives Alternativszenario: ­Bauruine

Die Kunst des Gebäudebaus beherrscht nicht jeder. Zahlreiche Bauruinen weltweit zeugen davon. Wesentlich für den Erfolg und die Beständigkeit sind das Fundament und die Statik.

In unserem Negativszenario „Bauruine“ ist das Wachstum der Weltwirtschaft auf Schulden und kurzlebige Politik gebaut. Nicht nur in den Industrie-, ­sondern auch in Schwellenländern hat man falsche Baumaterialien verwendet. Um von eigenen Fehlkonstruktionen abzulenken, betreiben die Länder vermehrt eine Politik des Rückzugs vom internationalen, aber auch innereuro­päischen Freihandel. Unter dieser Last bricht das europäische Haus zusammen.

Die Risikoscheu der Anleger steigt sprunghaft an. Sie suchen Zuflucht in sicheren Anlageklassen. Diesem ­Szenario messen wir eine Eintritts­wahrscheinlichkeit von 10 % bei.

Positives Alternativszenario: Palast

Richtig prunkvoll geht es in unserem positiven Alternativszenario „Palast“ zu, dem wir eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 20 % beimessen. Die Weltwirtschaft erreicht ein beeindruckendes Wachstumsniveau. Lebhafte Handels- und Investitionsaktivitäten sowie Produktivitätsfortschritte eröffnen neue Möglichkeiten. In Großbritannien erkennt man, dass für den Austritt aus der EU die Statik fehlt, so dass diese Umbaupläne verworfen werden.

Die Teile des Palastes, die in der Finanz- und Wirtschaftskrise stark beschädigt wurden, sind inzwischen umfassend saniert und modernisiert. Beeindruckt von Schönheit und Größe wird bei Vermögenswerten großzügig zugegriffen.


Achten Sie bei Ihren Investments darauf, dass Sie sich von Ihrer Stimmung nicht in die Irre führen lassen!

Ich wünsche Ihnen 2018 viel Vergnügen beim Einkaufen!

Ihre

Unterschrift Fr. Dr. Traud

Dr. Gertrud R. Traud

  • Hauptszenario
    Hauptszenario: Einkaufszentrum (70%)
  • Alternativszenario - Bauruine (10 %)
    Alternativszenario: Bauruine (10 %)
  • Alternativszenario: Palast (20%)
    Alternativszenario: Palast (20%)
  • Rückblick mit Kassensturz
    Rückblick 2017
  • Länder und Regionen
    Länder und Regionen
  • Prognosetabellen
    Prognosen

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