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Banken - Problemkredite im Schaufenster

Der Podcast zum Artikel:

Banken

Problemkredite im Schaufenster

Die Bonität europäischer Banken hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Dies ist auch strengeren regulatorischen ­Anforderungen zu verdanken. In einigen Regionen leidet die Branche aber noch immer unter zu vielen in Schieflage geratenen Krediten. Deren Abbau ist zuletzt in den ­Fokus der Regulatoren gerückt und dürfte 2018 vermehrt Aufmerksamkeit erhalten.

Die meisten Geldhäuser verbesserten ihre Kapitalstruktur in den letzten Jahren merklich und haben Problembereiche konsequent abgebaut. Auch 2018 dürften sie ihr Eigenkapital durch einbehaltene Gewinne und den fortgesetzten Aktiva-­Abbau weiter stärken. Allerdings könnte das neue Basel-­IV-Regelwerk die regulatorischen Eigenkapitalquoten mittel­fristig nochmals belasten.

Mit dem Wegfall von Geschäftsaktivitäten und den erhöhten Eigenkapitalquoten ist die Profitabilität der Institute jedoch strukturell gesunken. Hinzu kommt der Dreiklang aus Niedrigzinsumfeld, hohen regulatorischen Kosten und enormen Investitionen für die Digitalisierung, der wohl auch 2018 auf das Ergebnis drücken wird. Aufgrund des guten wirtschaft­lichen Umfeldes rechnen wir zumindest in den Kerngeschäftsfeldern mit einer soliden Gewinnentwicklung. Zudem könnte die allmähliche Reduzierung des EZB-Ankaufprogramms für eine Stabilisierung des Zinsüberschusses sorgen. Allerdings ist mittelfristig mit einem Anstieg der zuletzt historisch nied­rigen Kreditausfälle zu rechnen. Der Konsolidierungsdruck und der Trend zur Kostensenkung durch den Abbau von Personal und Filialen bleiben bestehen.

Ein Schwerpunkt wird 2018 auf dem Verkauf oder der sonstigen Rückführung des teils noch immer hohen Bestands an notleidenden Krediten liegen. Diese summierten sich in Europa zuletzt auf rund 900 Mrd. Euro, wovon etwa ein Viertel auf Italien entfällt. Die EZB-Bankenaufsicht hat diese Problem­kredite bereits ins Visier genommen und könnte Anfang 2018 konkrete Zielvorgaben hierzu machen. Aus unserer Sicht ist die Bereinigung der Bankbilanzen eine der wesentlichen Vorbedingungen der Harmonisierung der Einlagensicherung in Europa. Nachdem die gemeinsame Bankenaufsicht und der einheitliche Abwicklungsmechanismus implementiert sind, scheint bei Politik und Regulatoren hohes Interesse zu bestehen, nunmehr auch diese dritte Säule der europäischen ­Bankenunion umzusetzen.

Die insgesamt sich verbessernde Bonität dürfte die Bewertungen der Bankanleihen weiter stützen. Mit Blick auf die Risiken aus den bestehenden strukturellen Problemen und dem in den Anleihekursen zum Ausdruck kommenden Optimismus gehen wir jedoch von einer leichten Spread-Ausweitung bei erstrangig unbesicherten Bankanleihen aus.

Dr. Susanne E. Knips

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