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Pfandbriefe

Der Podcast zum Artikel:

Pfandbriefe

Qualitätssicherung Made in EU

Covered Bonds gelten als verlässliches Finanzierungsinstrument für Banken und ­sichere Anlage für Investoren. Durch die geplante Schaffung von EU-weiten Mindeststandards will der europäische Gesetzgeber die Qualität des Produkts sichern und dessen Entwicklung in jungen Märkten erleichtern.

Das EU-Projekt zur Harmonisierung von Covered Bond-Regelungen gilt als wichtige Stellschraube der Kapitalmarkt­union. Immerhin lag das Gesamtvolumen aller EU-Covered Bond-Märkte 2016 bei rund 2,4 Billionen Euro, hinter denen etwa 20 % der europäischen Hypotheken­kredite standen. Allerdings gibt es noch beträchtliche Qualitätsunterschiede zwischen Pfandbriefen, Cédulas, Obrigações Hipotecàrias & Co., die sich in den letzten Jahren teilweise noch verstärkt haben. Dazu zählen allen voran bedingte Fälligkeitsverlängerungen, Maßnahmen zur Absicherung von Liquiditätsrisiken oder die Verwendung alternativer Deckungswerte.

Die EU erhofft sich von der Harmonisierung, grenzüberschreitende Investi­tionen in junge Märkte wie Polen oder Tschechien durch eine bessere Vergleich­barkeit der Papiere zu erleichtern. Hierfür sind die Festlegung von Mindeststandards, eine stärkere Vereinheitlichung der Regelwerke sowie eine Vereinfachung des Prüfungsprozesses für institutionelle Investoren wichtige Voraussetzungen.

Immobilienkredite zu großen Anteilen mit Covered Bonds finanziert

* Inklusive Gewerbeimmobilienkredite

Quellen: EMF Hypostat, Helaba Volkswirtschaft / Research

Die geplante Schaffung von hohen ­Mindeststandards soll das Produkt ­krisenfester machen. Gleichzeitig zielt die EU-Initiative auf eine Aus­weitung der aufsichtsrechtlichen ­Vorgaben, die Covered Bonds den ­Status eines quali­tativ hochwertigen und sehr liquiden Produkts zusprechen. Durch diese ­Qualitätssicherung sollen institutionelle Investoren auch zukünftig in den Genuss von aufsichtsrecht­lichen Erleichterungen in diesem tradi­tionellen Anlagesegment kommen.

Für einige Covered Bond-Märkte dürften die neuen Vorgaben einen Qualitätsanstieg bringen. Bonitätsverbesserungen und günstigere Refinanzierungskosten sind als positive Nebeneffekte nicht auszuschließen.

EU-Rahmenwerk wohl an höchsten Standards orientiert

Derzeit spricht vieles dafür, dass die neuen Standards als übergeordnete Grundsätze in Form einer europäischen Richtlinie formuliert werden. Vorteil: Die Ausgestaltung dieser Grundsätze bleibt den nationalen Gesetzgebern über­lassen. Aus Anlegersicht bleibt zu hoffen, dass der neuen Marke Covered Bonds „Made in EU“ hochwertige Zutaten aus bewährten Systemen mit auf den Weg gegeben werden. Dann stünden die Chancen gut, dass das neue Label zum Verkaufsschlager wird.

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