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Griechenland - Wenig Geld für Einkaufsfreuden

Der Podcast zum Artikel:

Griechenland

Wenig Geld für ­Einkaufsfreuden

Endlich wächst das südeuropäische Land wieder nennenswert – nach mehrjähriger Stagnation und einer dramatischen Schrumpfung der Wirtschaftsleistung zuvor. Viele Verbraucher werden die Erholung ­allerdings 2018 noch nicht spüren.

Die Lage am Arbeitsmarkt verbessert sich. Die Arbeitslosenquote ist seit dem Höchststand von jahresdurchschnittlich über 27 % im Jahr 2013 deutlich gefallen und nähert sich lang­sam der 20 %-Marke. Dies hat zuletzt das Vertrauen der Kon­sumenten gestärkt, die aber immer noch viel pessimistischer sind als im Rest der Eurozone. Immerhin hat sich der private Konsum, der mit einem Anteil von rund 70 % am Bruttoinlands­produkt eine besonders große Rolle spielt, stabilisiert und könnte 2018 moderat zulegen. Die Preis- und Lohnentwicklung spiegelt jedoch noch die schwache wirtschaftliche Verfassung wider. Viele neu geschaffene Arbeitsplätze – vor allem im ­boomenden Tourismus – sind saisonal, häufig in Teilzeit oder es wird nur der sehr niedrige Mindestlohn gezahlt. Rückläufige Geburtenzahlen und die Abwanderung vor allem jüngerer Arbeitskräfte dämpfen die Bevölkerungsentwicklung. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ist von mehr als 90 % des EU-Durchschnitts vor der Krise auf nur 67 % im vergangenen Jahr gesunken. Noch ist der Anteil der von Armut betroffenen Personen nach Bulgarien und Rumänien der höchste in der EU.

s = Schätzung, p = Prognose

Quelle: Helaba Volkswirtschaft / Research

Weitere finanzielle Unterstützung

Wichtig für die weitere wirtschaftliche Erholung ist die Fortsetzung des Konsolidierungs- und Reformkurses. Denn Griechen­land dürfte auch nach dem Ende des EU-Defizitverfahrens neu­lich und dem Auslaufen des dritten Hilfsprogramms im August 2018 auf finanzielle Unterstützung angewiesen sein. Der positive Primärsaldo im Staatshaushalt wird nicht ausreichen, die hohe Staatsverschuldung auf ein nachhaltiges Niveau zurückzuführen. Politische Unsicherheiten sind im neuen Jahr nicht auszuschließen, da die Regierung nur über eine hauchdünne Mehrheit verfügt. Vorgezogene Neuwahlen und ein Sieg der derzeit in Umfragen führenden Konservativen würden aber nicht zu einer Abkehr vom Reformkurs führen.

Dr. Stefan Mitropoulos

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